Bioladen in Bremen

Die Hansestadt Bremen steht oftmals im Schatten ihres großen Bruders Hamburg. Zu Unrecht, denn Bremen braucht sich nun wahrlich nicht zu verstecken. Als Zentrum für maritime Wirtschaft und prosperierender Standort für Raumfahrttechnologie und international renommierter Großkonzerne wie Mercedes-Benz oder Becks ist die Stadt an der Weser längst nicht nur „die Kleine von der Hanse“. Bremen kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Seit der ersten urkundlichen Erwähnung sind mehr als 1.200 Jahre vergangen. Auch wenn sie es nicht in die große weite Welt hinausposaunen: die Bremer sind stolz auf ihre Stadt – und das durchaus zu Recht. Gerade einmal 50 Kilometer von der Nordseeküste entfernt lebt Bremen von und mit dem Meer. Und das hat Tradition, denn schon die alten Hansekaufleute des Mittelalters wussten dies zu nutzen und sicherten sich Handelswege in alle Herren Länder, so dass Bremen bereits vor Jahrhunderten wirtschaftlich mit der großen weiten Welt verbunden war… ein historischer Globalplayer also. Durch den Handel gelangten die Bremer nicht nur zu Wohlstand, sondern auch zu damals noch exotischen Lebensmitteln und Gewürzen. Somit entwickelte sich auch in der Bremer Küche schon relativ früh ein großer Facettenreichtum. Ein Facettenreichtum, der sich auch heute noch in der Hansestadt aller Orten zu finden ist – so auch in den zahlreichen Bioläden in Bremen.

Gesunde Ernährung aus Tradition

Von großer Bedeutung in Bremen und seinem Umland ist auch die Landwirtschaft. Die fruchtbare Geest- und Marschlandschaft, in welcher die Hansesstadt eingebettet ist, war stets eine zuverlässige Quelle hochwertiger landwirtschaftlicher Produkte. Daran hat sich bis heute nichts geändert, was sich in den Regalen der Bremer Bioläden widerspiegelt. Sowieso haben gesunde Ernährung und Bioprodukte aus ökologischem Anbau hier eine lange Tradition. Bereits vor mehr als 40 Jahren gründete sich in Bremen eine Selbstversorgungs-Kooperative, aus der später die Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft hervorgehen sollte, ein Zusammenschluss zur Förderung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft sowie des ökologischen Anbaus in der Region. Neben Bauern schlossen sich auch Schlachter, Gärtner und Bäcker der Kooperative an. Wenig später eröffnete der erste Bioladen im Ostertor – dem Szene-Viertel Bremens, in dem Künstler, Studenten, Lehrer, Ärzte und Anwälte Tür an Tür wohnen. Aber auch in den anderen Stadtteilen sprach sich schnell herum, dass Bio-Lebensmittel keine politisch korrekte Modeerscheinung sind, sondern einen großen Teil zum Umwelt- und Klimaschutz, zur Nachhaltigkeit, zum fairen Handel sowie nicht zuletzt zur eigenen Lebensqualität beitragen. Das Bremer Umland ist geprägt von den Marschlandschaften mit ihren weitläufigen Wiesen und Weiden sowie von Geest und Heide, die schon seit Jahrhunderten als Kartoffel- und Roggenanbaugebiet genutzt werden.

Bioläden & Biosupermärkte in Bremen: Da frohlockt der Kenner

An regionalen Produkten mangelt es also nicht in den Bremer Bioläden. Der Bremer liebt sie, für Auswärtige ist sie mitunter gewöhnungsbedürftig: die Bremer Küche. Zugegeben, bei Grünkohl mit Bremer Pinkel, Labskaus oder Knipp isst das Auge nicht gerade mit. Aber einmal auf den Geschmack bekommen, bleiben diese typischen Bremer Gerichte stete kulinarische Wegbegleiter, auf die auch der zugezogene Hansestädter nicht mehr verzichten möchte. Überregional bekannt ist Bremen zudem für seinen Kaffee. Hier gibt es noch einige private Röstereien, die ihre fair gehandelten und in liebevoller Handarbeit gerösteten Bohnen auch in den Bioläden der Stadt feilbieten und so manch geschulten Kaffeekenner frohlocken lassen. Im Großen und Ganzen lässt sich das Angebot in den Bremer Bioläden so umschreiben wie die Bremer Seele selbst: Vielfältig, ehrlich und erdverbunden. Neben den zahlreichen regionalen Erzeugerprodukten punkten die Bremer Bioläden – wie es sich für eine historische Handelsmetropole gehört – natürlich ebenfalls mit einer breiten Auswahl an internationalen Spezialitäten – die Hansetradition verpflichtet nun einmal.

Tradition trifft Moderne

Von historisch gewachsen bis modern-futuristisch, von urbaner Lebhaftigkeit bis ländlicher Idylle – Bremen hat viele Gesichter. Neben dem Künstler- und Intellektuellenviertel Ostertor, in dem während der 1970er-Jahre die ersten Bioläden der Stadt eröffneten, hat sich die Branche im Laufe der Jahrzehnte in der gesamten Stadt etabliert. Ob nun im international geprägten Bremer Westen, dem mondänen Villenvorort Oberneuland, im Schwachhausen der Gutsituierten, der quirligen Neustadt links der Weser oder auch in Bremens jüngstem Stadtteil, der Überseestadt mit ihrem gelungenen architektonischen sowie gesellschaftlichen Spagat zwischen maritimer Tradition und moderner Lebenskultur – die Nachfrage an qualitativ hochwertigen Bioprodukten in der Hansestadt ist groß und entsprechend hoch die Dichte an gut sortierten Bioläden.