Bioladen in Essen

Essen, die viertgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen, liegt im Zentrum des Ruhrgebietes und hat mehr als 500.000 Einwohner. Auch heute noch hat der sogenannte „Kohlenpott“ mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Deutsche aus anderen Teilen des Landes haben teilweise völlig falsche Vorstellungen von der Gegend zwischen Rhein und Ruhr. Obwohl Essen Teil eines der größten Ballungsräume der Europäischen Union ist, entstanden hier in den letzten Jahrzehnten auf stillgelegten Zechen und Halden riesige Grünflächen und eine sehr beeindruckende Kulturlandschaft. Die Zeche Zollverein, UNESCO Weltkulturerbe seit 2001, lockt Jahr für Jahr Touristen aus ganz Europa an. Dieses bunte und aktive Stadtleben ist ein Umfeld, in welchem natürlich Bioläden nicht fehlen dürfen.

Mit der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte ab den 1960er Jahren strömten unzählige Menschen mit anderen Essgewohnheiten in den „Pott“, brachten ihre heimischen Gerichte mit und ließen sich hier nieder. Es gibt im Prinzip auch keine typischen Ruhrgebiets-Spezialitäten, denn hier entstand ein Schmelztiegel der Kulturen. Bereits seit langem gehören darum kleine türkische und italienische Lebensmittelgeschäfte und Gemüsehändler ebenso zum Essener Stadtbild wie Bioläden, die häufig außer Produkten aus der Region auch Kräuter und Gewürze aus anderen Ländern in ihrem Sortiment haben.

Die Essener lieben nicht nur Currywurst mit Pommes rot-weiß

Früher waren die Bewohner des Ruhrgebietes körperlich oft hart arbeitende Männer, die deftige Gerichte bevorzugten. Auch heute gehört darum die Kartoffel traditionell in jeglicher Form, ob gekocht, gebraten oder als Püree zu den meisten Mahlzeiten dazu. Beliebt sind auch herzhafte Gemüseeintöpfe und Suppen mit Hülsenfrüchten oder, ganz typisch, mit Graupen. Zum modernen Lifestyle der jüngeren Generation gehört es, die erforderlichen Zutaten hierfür verstärkt in Bioläden zu kaufen.

Apfel- und Zuckerrübenkraut sind einige der lokalen Besonderheiten auf dem Speiseplan der Gegend. Sie bedeuten für viele Einheimische auch ein Stück Heimat, sind im übrigen Deutschland aber relativ unbekannt. Heutzutage wird auch hier die Biovariante der Produkte immer beliebter.

Das Einkaufen in Bioläden ist für viele Essener inzwischen selbstverständlich

Essen unterteilt sich in die dicht besiedelten Stadtteile im Zentrum und im Norden und die südlichen Bezirke, in denen viele Einzelhäuser mit eigenem Garten stehen. Bioläden sind in den letzten Jahren überall entstanden und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Im Norden leben viele junge Leute, unter anderem auch Studenten der Universität und der Kunsthochschule, die aus Prinzip gerne in Geschäften mit ökologischen Produkten einkaufen. Hier wohnen auch viele ausländische Mitbürger, die ebenfalls eine Klientel für Bioläden sind, da dort häufig auch exotische Gewürze oder Leckereien der mediterranen Küche erhältlich sind. Die Bevölkerung in Fischlaken oder Margaretenhöhe dagegen ist oft etwas anspruchsvoller und besitzt die finanziellen Mittel, um für hochwertige biologische Lebensmittel ein wenig mehr Geld auszugeben.

Bioläden gehören heutzutage auf jeden Fall zur Essener Einkaufslandschaft dazu.