Erdbeeren: Außergewöhnliche Rezepte rund um die süße Frucht

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Erdbeeren gehören zu den beliebtesten Früchten überhaupt. Es gibt sie beinahe das ganze Jahr zu kaufen, der Geschmack ist aber am besten, wenn die Erdbeere im eigenen Land Saison hat und nicht von weit her angeliefert werden muss.

Woher kommen eigentlich Erdbeeren?

Wahrscheinlich gab es die kleinen, geschmackvollen Walderdbeeren schon immer und die Menschen in der Steinzeit haben damit ihren Speiseplan aufbessern können. Auch sie mochten diese Früchte bestimmt sehr. In Schriften von Ovid, Plinius und Vergil finden sich Hinweise, dass auch die Römer Erdbeeren liebten. Die Walderdbeeren selbst sind aber nicht die Vorfahren unserer heutigen Erdbeeren. Aus den kleinen, unglaublich schmackhaften Walderdbeeren, die mit ihrem Geschmack an Ausflüge in der Kindheit erinnern, entstanden später durch Züchtung die Monatserdbeeren, die bei vielen Hobbygärtnern auf dem Balkon und im Garten einen Stammplatz haben.

Im 18. Jahrhundert wurden am Sankt-Lorenz-Strom von französischen Siedlern sehr große Erdbeeren entdeckt. Holländischen Züchtern gelang es später, die Scharlach-Erdbeere mit der Chile-Erdbeere zu kreuzen und sie gaben ihr den Namen „Ananas-Erdbeere“. Alte Menschen nennen Erdbeeren manchmal heute noch Ananas.

Erdbeeren sind lecker, gesund & kalorienarm

Nicht nur Vitamine, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralstoffe sind in Erdbeeren enthalten. Der Vitamin-C-Gehalt ist höher als bei Zitronen und Orangen. Mit 200 Gramm Erdbeeren ist der Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C abgedeckt. Weitere Vitamine in dieser roten Beere sind Vitamin E, Vitamin A, Vitamin K und B-Vitamine. Auch die besonders für schwangere Frauen wichtige Folsäure kann mit Erdbeeren auf schmackhafte Weise dem Körper zugeführt werden. An Mineralstoffen enthalten sie Eisen, Kalium und Calcium, Kupfer und Zink. Die enthaltenen Polyphenole, auch sekundäre Pflanzenstoffe genannt, sollen helfen, verschiedenen Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, vorzubeugen.

Da Erdbeeren zu 90 Prozent aus Wasser bestehen, haben sie pro 100 Gramm nur zwischen 32 und 40 Kalorien. Der Zuckergehalt variiert je nach Sorte zwischen vier und sechs Prozent. Der Fettgehalt kann vernachlässigt werden. Daher gehören diese Früchte zur gesunden und leichten Ernährung einfach dazu. Wer gerne abnehmen möchte, kann hier nach Herzenslust zugreifen und sich satt essen.

Erdbeer-Saison in Deutschland

Wenn die richtige Erdbeerzeit gekommen ist, weiß man, es wird Sommer. Es gibt unzählige Arten, die sich in Geschmack, Form und Farbe unterscheiden. Beim Einkauf lässt sich die Sorte meist nicht feststellen.

Im Frühling, meist von Februar bis Mai, werden Erdbeeren aus Spanien und Italien angeliefert. Die Saison für heimische Früchte ist der Frühsommer, ungefähr von Mai bis Juli. Wer im Winter Erdbeeren möchte, bekommt sie aus Ägypten, Marokko oder Israel. Sie wachsen dort oft in Gewächshäusern oder Folientunneln und werden mit Pestiziden behandelt, damit sie länger haltbar sind. Auch Rückstände von Spritzmitteln gegen Läuse und andere Schädlinge sowie Antipilzmittel wurden bei Untersuchungen schon gefunden.

Da die Früchte sehr rasch ihr fruchtiges Aroma verlieren und schnell verderben, ist es besser, auf die heimische Erdbeersaison zu warten. Die Erdbeeren aus Deutschland sind dann frisch gepflückt, weniger schadstoffbelastet und müssen auch nicht so weit transportiert werden. Oft können sie direkt vom Bauern oder vom Feld gekauft, und manchmal sogar selbst gepflückt werden. All das ist nicht nur für uns Menschen gut, sondern belastet auch die Umwelt weniger.

 

Woran erkennt man reife, frische Erdbeeren?

Wenn die Erdbeeren den typischen, aromatischen, intensiven Erdbeerduft haben, dann ist das schon ein gutes Zeichen für Frische. Die Beeren sollten eine gleichmäßige, rote Farbe aufweisen. Weiße Spitzen zeigen, dass die Früchte zu früh und unreif geerntet wurden, was ja bei weiten Transportwegen verständlich ist. Dunkle Stellen zeigen an, dass die Früchte schon länger lagern. Manchmal beginnen sie dort, auch schon matschig zu werden. Wenn am Boden der Schale Saft zu sehen ist, zeigt das auch nicht von Frische, sondern von langer Lagerung. Eine frische Erdbeere ist fest und trocken. Natürlich sollte auch das Grün an der Erdbeere frisch aussehen.

Qualitativ hochwertige Erdbeeren erkennt man an all diesen Frischezeichen. Die besten und gesündesten Erdbeeren sind Bio-Erdbeeren aus dem eigenen Garten oder vom Bio-Anbau.

Wie lange sind Erdbeeren haltbar?

Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten, da Erdbeeren zu den ganz besonders sensiblen Früchten gehören. Es geht dabei nicht nur um die Haltbarkeit, sondern auch um Aroma und Geschmack der Beeren. Am besten schmecken sie, wenn sie ganz rasch nach dem Pflücken verzehrt werden. Die Früchte, die man im Supermarkt oder beim Gemüsehändler zu kaufen bekommt, sind ja meist nicht ganz frisch gepflückt und haben einen Transport hinter sich. Nach dem Einkauf ist es am besten, sie aus dem Kunststoffbehälter zu nehmen, in dem sie fast immer angeboten werden. In einem flachen Behälter, wo sie am besten nicht übereinander geschlichtet werden und dadurch keine Druckstellen entstehen können, halten die ungewaschenen und abgedeckten Beeren im Kühlschrank bis zu zwei Tage. Ein Blatt Küchenkrepp als Unterlage ist dabei ideal. Angedrückte oder beschädigte Früchte sollten dabei aussortiert werden. Erdbeeren schimmeln sehr rasch und stecken auch die daneben liegenden Früchte an.

Wie werden Erdbeeren gegessen, gekocht und zubereitet?

So eine Erdbeere frisch gepflückt und direkt in den Mund gesteckt, ist etwas ganz besonders Gutes. Aber es gibt unzählige Möglichkeiten, wie man diese gesunde und wohlschmeckende Frucht verwenden und verarbeiten kann. Erdbeeren sollten nicht lange gelagert, sondern so rasch als möglich verbraucht werden. Um Schmutz oder eventuell vorhandene Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen, werden die Beeren in stehendem, lauwarmem Wasser vorsichtig mit den Händen hin und her bewegt. Nicht unter einem starken Wasserstrahl reinigen, das tut den sensiblen Früchtchen nicht gut. Besonders wirklich reife Erdbeeren würden dadurch leiden.

Zum Trocknen werden die frisch gewaschenen Erdbeeren auf Küchenkrepp oder einem Geschirrtuch aufgelegt. Danach schneidet man den Stielansatz und die Blätter mit einem kleinen Messer ab. Die weitere Verarbeitung hängt davon ab, was daraus entstehen soll.

Erdbeeren mit etwas Puderzucker bestreut ist etwas ganz Einfaches, das immer schmeckt. Wenn die Beeren aufgeschnitten werden, entsteht ein intensiv schmeckender Saft. Zu lange vor der Verwendung sollten die Erdbeeren aber nicht eingezuckert stehen, denn dann werden sie zu weich.

Erdbeeren mit etwas Zucker zerdrücken und mit Joghurt vermischt kann eine ganze Mahlzeit sein. Natürlich gibt es Erdbeer-Fruchtjoghurt fertig zu kaufen. Doch wie viel Erdbeere ist in so einem Erdbeer-Joghurt enthalten? Wer einmal gehört hat, was von den Firmen bei der Erzeugung alles beigefügt wird, kann das nicht mehr wirklich mit Appetit essen. Dagegen könnte das selbst gemachte Fruchtjoghurt jeden Tag auf den Tisch kommen. Wenn Erdbeersaison ist, dann sollte diese Zeit dafür genutzt werden.

Rezepte mit Erdbeeren

Ob süß oder pikant, Erdbeeren gibt es in vielen Rezepten. Am Bekanntesten und wahrscheinlich auch am Beliebtesten sind Erdbeermarmelade, Torten und Kuchen mit Erdbeeren, Erdbeer-Desserts, Erdbeereis, Erdbeersirup oder Erdbeerbowle. Aber auch in Salaten oder gemeinsam mit dem zur gleichen Zeit reifen Spargel werden Erdbeeren in der modernen Küche gerne verwendet. Erdbeeren sind einfach vielseitig.

Erdbeermarmelade selbst gemacht

Erdbeermarmelade, der Klassiker aus der Erdbeerküche schmeckt selbst gemacht so gut, dass man nie mehr auf gekaufte zurückgreifen möchte. Dazu nimmt man etwa 1,2 Kilogramm Erdbeeren, wäscht und putzt sie, schneidet sie in kleine Stücke. In einem passenden Topf werden die Erdbeeren mit etwas Zitronen- oder Limettensaft vermischt. Nun kann normaler Zucker und Geliermittel oder Gelierzucker verwendet werden. Die Erdbeer-Zuckermischung muss ungefähr drei Minuten sprudelnd kochen, dann ist die Marmelade fertig, wird in heiß ausgespülte, saubere Gläser gefüllt und verschlossen. Nach Lust und Laune können Erdbeeren mit Rhabarber, der zur gleichen Zeit Saison hat, gemeinsam zu Marmelade verarbeitet werden. Weitere Ideen für ausgefallene Marmeladen sind die Verwendung von Orangenstückchen und Orangensaft, von Lavendelblüten, von Holunderblüten oder etwas Holundersirup sowie von einem Schuss Whisky oder Rum. In Verbindung mit einem Löffel voll Grünem Pfeffer entsteht eine raffinierte Kreation, die mit Käse genossen, etwas ganz Spezielles ist.

Erdbeermarmelade findet nicht nur zum Frühstück Verwendung. Die damit konservierten Erdbeeren sind ideal für Milchshakes, Erdbeereis, Erdbeersoßen und verschiedenen Desserts. Marmelade lässt sich ohne Probleme auch aus tiefgekühlten Erdbeeren herstellen.

 

Ein Klassiker: Erdbeerkuchen

Für Erdbeerkuchen kann ein Biskuittboden, ein Boden aus Rührteig oder auch aus Mürbteig verwendet werden. Ganz wichtig sind viele frische Erdbeeren.
Diese Mürbteigvariante ist ganz einfach zuzubereiten. Dazu werden 190 Gramm Mehl, eine Prise Salz, 50 Gramm Zucker, 70 Gramm gemahlene Mandeln vermischt. Mit 125 Gramm Butterstückchen und einem Ei wird alles rasch zu einem Teig verknetet, der dann etwa eine Stunde in Folie gewickelt im Kühlschrank rasten soll. Dann wird er ausgerollt und in eine befettete Tarteform gelegt, einige Male eingestochen und im auf 180 Grad vorgeheizten Ofen ungefähr zehn Minuten gebacken.

Während der Teig rastet, kocht man aus einem Päckchen Vanillepuddingpulver und 500 Milliliter Milch nach Rezept Pudding und lässt ihn abkühlen. 500 Gramm Vanillejoghurt oder auch normales Joghurt mischt man mit dem abgekühlten Pudding und streicht die Mischung auf den vorgebackenen Mürbteigboden. Dann kommt der Kuchen für weitere 30 Minuten in den Backofen. Nach dem Abkühlen wird der Kuchen dicht mit den Erdbeeren belegt, die je nach Größe ganz bleiben oder halbiert werden. Zum Abschluss wird der Tortenguss, der nach Packungsanweisung zubereitet wurde, auf den Erdbeerkuchen verteilt. Im Kühlschrank muss der Überguss fest werden. Zum Servieren ist eine Kugel Vanilleeis oder ein Löffel geschlagene Sahne das I-Tüpfelchen für diesen einfachen und köstlichen Erdbeerkuchen.

Leckeres Kokos-Erdbeer-Desert

Ein nicht alltägliches Erdbeer-Dessert ist ein Kokos-Erdbeer-Dessert, das rasch zubereitet ist, in einem Glas serviert wird und jeden begeistert.

Dazu werden als Erstes 400 Gramm Erdbeeren geviertelt und in einer Schüssel mit sechs Esslöffeln Portwein mariniert.

500 Gramm Naturjoghurt, 150 Gramm Raffaello-Kugeln und 100 Gramm Zucker werden vermengt und püriert.

500 Milliliter Schlagsahne steif schlagen und dann mit der Raffaello-Joghurt-Masse vermischen. Daraus entsteht eine Creme, mit der man sechs Dessert-Gläser zur Hälfte füllt. Darauf werden die marinierten Erdbeeren verteilt. Dann folgt eine weitere Schicht Raffaello-Creme. Mit Kokosraspeln und Erdbeeren, sowie eventuell mit einem Minzeblatt dekoriert, sieht dieses Dessert fantastisch aus und schmeckt auch so.

Erdbeerbowle für laue Sommerabende

Eine laue Sommernacht im Garten, auf der Terrasse oder am Balkon wird mit fruchtiger, süßer Erdbeerbowle noch schöner und romantischer. Dafür werden ungefähr 500 Gramm reife Erdbeeren geputzt, in Stücke geschnitten und in einem Bowlegefäß oder einer großen Schüssel mit zwei bis drei Esslöffeln Weinbrand oder Rum aromatisiert, Zucker nach Geschmack dazugeben und durchrühren. Dieser Ansatz soll mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchziehen. Dann gibt man eine Flasche fruchtigen Weißwein dazu. Vor dem Servieren wird mit einer Flasche kaltem Sekt aufgegossen. Mit einigen Zitronenmelisseblättchen dekoriert ist die Bowle zum Genuss bereit.

Pikanter Erdbeersalat

Nicht jeder kennt Erdbeeren als Bestandteil eines pikanten Salates. Ein Ausprobieren lohnt sich aber. Mit etwas Fantasie lassen sich nach eigenem Gusto verschiedene Variationen kreieren. Als Anregung hier das Rezept für einen raffinierten Rucola-Erdbeer-Ziegenkäse-Salat. Ruccola (oder auch Feldsalat oder junger Spinat) waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Erdbeeren waschen und je nach Größe der Früchte vierteln oder halbieren. Einige grüne Weintrauben ebenfalls halbieren. Den Ziegenkäse in kleine Stücke schneiden und mit den anderen Zutaten vermischen. Ein Dressing aus drei Esslöffeln Olivenöl, zwei Esslöffeln Balsamico, einem Teelöffel Honig, Salz, Pfeffer und einer Prise Salz macht den Salat zu einem wunderbaren, leichten Sommersalat. Wer möchte, kann noch einige gehackte Walnüsse oder Pinienkerne über den Salat streuen.

Spargel trifft Erdbeere: Frischer Salat für Feinschmecker

Frühlingsfrischer Erdbeer-Spargelsalat ist mit etwas mehr Aufwand verbunden, der sich aber lohnt. Dazu wird weißer und grüner Spargel vorbereitet, in circa drei Zentimeter große Stücke geschnitten und in etwas Olivenöl sechs bis sieben Minuten in einer Pfanne gebraten, bis er gar aber nicht zu weich ist. Mit Salz und Pfeffer würzen. Auf einer Platte Salatblätter verteilen und mit Dressing beträufeln. Die gebratenen Spargelstücke, halbierte Erdbeeren, eine in feine Ringe geschnittene Jungzwiebel und eine Handvoll geschälte Mandeln darauf verteilen und mit dem restlichen Dressing vollenden. Für das Dressing werden fünf reife Erdbeeren püriert und mit einem Teelöffel Honig, einem Teelöffel Senf, Salz, Pfeffer, drei bis vier Esslöffeln hellem Balsamico und acht Esslöffeln Haselnuss- oder Walnussöl aufgeschlagen.

Als besondere Beilage zu diesem Salat schmeckt gebackener Ziegenkäse. Dafür legt man eine Scheibe Ziegenkäse auf eine Scheibe Baguette, gibt etwas Honig, frischen Thymian, Pfeffer aus der Mühle und etwas Salz darauf und bäckt es bei 180 Grad im Backofen, bis der Ziegenkäse goldbraun ist.

Gefrorene Erdbeeren & ein kleines Dessert zum Nachtisch

Erdbeeren kann man natürlich auch einfrieren. Dazu müssen die Früchte wirklich frisch sein, können ganz oder geschnitten tiefgekühlt werden. Ideal ist es, ein Fruchtmark zuzubereiten und das in kleinen Portionen einzufrieren. Dafür sind die Verwendungsmöglichkeiten wirklich groß. Wer ganze Früchte haben möchte, friert die Beeren aufgelegt ein und verpackt sie erst dann in Dosen oder Tüten.

Ein blitzartig hergestelltes Dessert oder ein Genuss für Zwischendurch entsteht, wenn gefrorene Erdbeeren mit Milch und Zucker nach Geschmack mit einem hochtourigen Mixer püriert werden. Dabei entsteht ein fruchtiges Halbgefrorenes.

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