Gurken – Interessantes, Tipps & Tricks

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Gurken sind ein weit verbreitetes Gemüse und gehören fast weltweit auf den Speiseplan. Sie sind sehr kältetolerant und lassen sich bis den hohen Norden Europas problemlos in Gewächshäusern ziehen. Sie benötigen allerdings Temperaturen von mindestens 15 Grad für das Ansetzen der Blüte.

Zumeist wird unter der Gurke explizit die Salatgurke verstanden. Essiggurken sowie eingelegte Gurken gehören aber ebenfalls zur gleichen Art – es handelt sich lediglich um Züchtungen. Die Anzahl der Varietäten ist unübersichtlich, aber grob lassen sich gewöhnliche Salatgurken, Gurken mit „Stacheln“ oder Warzen sowie Gurken mit andersfarbigem Fruchtfleisch unterscheiden. Die meisten Varianten sind untereinander frei kreuzbar, jedoch bemüht sich die Landwirtschaft um Sortenreinheit. Gurken gehören zu den mineralstoffreichen Gemüsen.

Gurken Herkunft – wo kommen Gurken eigentlich her?

Der Ursprung der Gurke wird in Indien vermutet. Die Gurke ist ein Vertreter der Kürbisartigen (ist also mit Kürbissen und Melonen eng verwandt) und hat im Laufe ihrer Geschichte sehr viele Bezeichnungen gehabt. Unter anderem wurde sie eben auch als „Melone“ oder „Kürbis“ in alten Quellen genannt, weshalb eine Rekonstruktion der gesamten Kulturgeschichte der Gurke schwierig ist.

Die als ursprünglich geltende Wildform findet sich noch heute in Indien und es gilt als belegt, dass sie frühestens 1.500 v. Chr. domestiziert wurde. Das Mittelmeergebiet hat die Gurke spätestens 200 v. Chr. erreicht und entsprechend verbreitete sie nach und nach in Europa. Deutschland hat die Gurke wohl circa um 1500 herum erreicht. Werden Gurken allerdings in den heiligen Schriften erwähnt (mit Ausnahme des Neuen Testaments), so ist davon auszugehen, dass es sich wohl um Melonen gehandelt haben dürfte.

Mittlerweile ist die Gurke fast überall Teil der Landwirtschaft (meist in Treibhäusern) und wurde auch vielerorts verwildert. Wilde Gurken-Varietäten finden sich beispielsweise in den Hügellagen Mitteleuropas, im Burgenland und überall dort, wo die Böden locker sind und die Wassermenge moderat genug ist. Die Gurke ist insgesamt recht anpassungsfähig: Verwilderte Gurken wachsen meist am Boden kriechend, bringen gedrungenere Früchte hervor und haben länge Vegetationsperioden.

Die Hauptanbaugebiete für Gurken sind China, Russland, der Iran und die Türkei. Allerdings werden Gurken beinahe weltweit angebaut und mancherorts gibt es lokale Spezialitäten. Erwähnenswert ist etwa der Spreewald in diesem Zusammenhang aufgrund der Spreewälder Gurken, bei welchen es sich um ein bekanntes Produkt handelt. Die Verarbeitung der entsprechenden Produkte darf nur im Spreewald erfolgen. Die weltweite Erntemenge von Gurken beträgt über 80 Millionen Tonnen. Gurken sind aufgrund der vielen Anbaugebiete in verschiedenen Klimazonen als auch aufgrund des relativ ertragreichen Wuchses ganzjährig verfügbar.

Gurken Inhaltsstoffe: Das macht Gurken so gesund!

Gurken bestehen zunächst einmal zu mehr als 90 Prozent aus Wasser. Damit sind Gurken ein guter Spender von Feuchtigkeit. Da die Flüssigkeit durch die Ballaststoffe der Gurken gebunden sind und die Ballaststoffe sowie Fasern der Pflanze nur schwer verdaulich sind, wird das Wasser nach und nach an den Körper abgegeben. Damit tragen Gurken dazu bei, den Wasserhaushalt im Darm zu regulieren. Gurken gelten zudem als erfrischend. Es ist allerdings anzumerken, dass Menschen, die Probleme mit dem Verdauen von rohem Gemüse haben, auch durch den Verzehr roher Gurken Magen- oder Darmverstimmungen bekommen können.

Gurken haben mit 15 kcal pro 100 Gramm eine zu vernachlässigende Kalorienmenge. Sie enthalten circa 3,5 Gramm Kohlenhydrate, ein Zehntel Gramm Fett und fast zwei Gramm Zucker. Der Ballaststoffanteil beträgt 0,5 Prozent – bei dickschaligen Züchtungen ein wenig mehr.

Gurken sind reich an Vitaminen. Namentlich handelt es sich um die Vitamine B1, B2, B3, B5, B6 und B9, sowie um Vitamin C. Letzteres ist mit 2,8 Milligramm auf 100 Gramm am reichsten vertreten, deckt aber nur geringe Mengen des Tagesbedarfs von circa 100 Milligramm. Die Gurke besticht viel eher durch die große Abdeckung der B-Vitamine und kann eine gesunde Ernährung gut ergänzen. Eine handelsübliche Salatgurke wiegt dabei circa 350 bis 500 Gramm.

Gurken enthalten zudem viele Spurenelemente, darunter Zink, Calcium, Magnesium, Eisen und Kalium. Diese sitzen größtenteils in der Schale. Es empfiehlt sich daher, Gurken nicht zu schälen, sonder nur zu waschen und abzubürsten. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass viele Gurken, die nicht „bio“ sind, enorme Schadstoffbelastungen aufweisen. Wenn Unklarheit diesbezüglich herrscht, gilt daher dann doch: Schälen und nur das Fruchtfleisch genießen.

Für die genauen Nährstoffgehalte der verschiedenen Gurken spielen die Art des Anbaus, die Qualität des Bodens sowie die Reifezeit eine große Rolle. Generell sind langsam wachsende Arten von gedrungenem Wuchs minerallstoffhaltiger als Züchtungen, die viel Wasser in kurzer Zeit einlagern. Essiggurken sowie sonstige Einlege- und Schälgurken weisen häufig höhere Konzentrationen an Mineralstoffen und Vitaminen auf, da die Schalen dicker sind. Die Unterschiede sind allerdings marginal. Bei allen Gurken handelt es sich aber definitiv um gesundheitsfördernde Lebensmittel.

Gurken – Einkauf, Bio und warum die Plastikfolie bei Bio-Gurken verwendet wird

Gurken können ganzjährig gekauft werden. Sie finden sich beispielsweise in jedem Supermarkt und auf Wochenmärkten (saisonal). Ein Blick auf das Preisschild oder eine Verpackung beantwortet meist die Frage nach dem Ursprungsland.

Das grüne Gemüse gibt es auch aus biologischem Anbau. Das birgt viele Vorteile. So wird das Gemüse weniger mit Schadstoffen belastet, da auch das Feld als solches beim Anbau geschont wird. Die Gurken sind zudem in der Regel ein wenig kleiner, was aber vor allem darauf zurückzuführen ist, dass es bei ihnen eben nicht um das maximale Ansetzen von Masse in kurzer Zeit geht. Sie haben allerdings ähnlich viel Zeit zum Wachsen wie Gurken aus dem „konventionellen“ Anbau und lagern ihre Inhaltsstoffe entsprechend in gleichen oder größeren Mengen ein.

Biogurken sind in jedem Falle mit Schale zu genießen. Gerade Salatgurken lassen sich so ganz verzehren. Bei eingelegten Gurken und anderen Gurkenprodukten ist der biologische Anbau allerdings auch aus den oben genannten Gründen vorzuziehen.

Manch ein Kunde stolpert dann doch ungläubig darüber, dass gerade Biogurken im Supermarkt in der Regel in Folie eingeschweißt sind. Das hat tatsächlich mehrere Gründe: Zum einen müssen laut einer EU-Vorschrift Gemüse aus biologischem und aus konventionellem Anbau unterscheidbar sein (für Kunden und Mitarbeiter). Da die meisten Supermärkte mehr Gurken aus konventionellem Anbau im Sortiment haben, werden eben die Bio-Gurken eingeschweißt – das spart am Ende dann doch Plastik. Zum anderen wird die Plastikfolie überhaupt nur deshalb genutzt, weil es der Lebensmittelindustrie nicht gelingen mag, eine Form von Etikett zu finden, das die Gurke nicht schädigt, gut haftet und gleichzeitig sehr leicht zu entfernen ist.

Außerdem gibt es die Beobachtung, dass eingeschweißte Ware länger hält und entsprechend weniger oft weggeworfen wird. Das ist wohl das einzig gute Argument für das Einschweißen von Lebensmitteln.

Allerdings lassen sich Bio-Gurken auch ganz nackt finden und zwar im Bio-Laden oder eben direkt beim Erzeuger – oder entsprechend auf dem Markt.

Qualität, Saison und Haltbarkeit von Gurken

Frische Gurken lassen sich recht einfach erkennen: Hierfür dient zum Beispiel der Wackeltest, bei welcher die Gurke an einem Ende gegriffen wird. Sie wird nun aufrecht gehalten und leicht geschüttelt. Wenn die Gurke spürbar mitschwingt, ist sie nicht mehr frisch. Je steifer sie sich verhält, desto praller und frischer ist sie. Auch geben tiefe Furchen in der Schale Auskunft darüber, dass der Gurke schon viel Wasser verloren gegangen ist.

Anzumerken ist, dass Gurken unreif geerntet und verzehrt werden. Es gibt also keine „unreifen“ Speisegurken, da vielmehr reife Speisegurken problematisch sind. Wird die Gurke reif, wird das Fruchtfleisch gelb und die Schale verblasst. Oft schmecken Gurken dann bitter. Jedoch ist ein Betrachten der Farbe beim Gurkenkauf nicht sehr zielführend, da unterschiedliche Züchtungen auch unterschiedlich aussehen. Abstand sollte allerdings immer von Gurken gehalten werden, deren Farbe sich deutlich von der der umliegenden Gurken unterscheidet.

Bei eingelegten oder verarbeiteten Gurken ist die Frische nicht relevant. Das ganze Einmachen und Einlegen dient schließlich dazu, die Gurken lange haltbar zu machen.

Qualitativ hochwertige Gurken sind prall, steif und in der Regel dunkelgrün. Auch duften Gurken bei Erntefrische stärker als wenn sie schon länger im Karton lagen.

Freilandgurken mit Bio-Qualität haben in Deutschland von Juni bis September Saison. Die erste Ernte ist nach frostarmen Frühlingen gelegentlich Ende Mai möglich. In Südwestdeutschland reifen Freilandgurken aufgrund der Temperaturen schneller, ebenso an der bayrisch-österreichischen Grenze.

Gurken aus dem Gewächshaus sind ganzjährig verfügbar und das auch gelegentlich in Bio-Qualität. Da die Art des Anbaus entscheidend ist (und nicht etwa die Art der Unterbringung), stehen Gewächshäuser und Bio in keinem Gegensatz zueinander. Gerade lokale Landwirte bieten oftmals Bio-Qualität an – vom Freiland und aus dem Gewächshaus. Diese Waren finden allerdings selten den Weg in die großen Märkte, sondern sind meist lokal auf Märkten oder in Bio-Läden zu erwerben.

Gurken sind nur ein paar Tage lang wirklich frisch (was im Übrigen auch der Grund dafür ist, warum häufig alle Gurken eingeschweißt werden; dies hält die Gurke frisch, weil der Wasserverlust reduziert wird). Salatgurken mögen es nicht kalt, nicht sonnig und auch nicht in der Nähe von Tomaten oder Äpfeln (diese produzieren Stoffe, die die Gurke verfärben können). Gurken sollten daher maximal zwei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Eine noch eingeschweißte Gurke schafft auch drei oder vier Tage.

Sollte eine Gurke angeschnitten worden sein, sollte einen Tag später (vor dem völligen Verzehr des Restes) die Stelle, an der geschnitten wurde, circa zwei Zentimeter weit abgeschnitten werden. Alte Gurken lassen sich daran erkennen, dass sie matschig und wässrig werden. Die Schalen fühlen sich gummiartiger an und die Gurke wirkt aufgeschnitten unförmig.

Tipps rund um die Gurke

  1. Gurken lassen sich einfrieren, aber eben nicht wirklich befriedigend auftauen. Eine wieder aufgetaute Gurke verliert an Struktur, Geschmack und Farbe. Gurken sind also aus praktischen Gründen nicht fürs Eisfach geeignet.
  2. Ob eine Gurkenmaske wirklich so hervorragend für die Haut ist, wie oftmals angenommen wird, mag eher Glaubenssache sein. Fest steht aber: Das Wasser der Gurke enthält auch Vitamine und Spurenelemente. Und das kann nicht schlecht für die Haut sein.
  3. Die Schale der Gurke ist der Sitz der meisten Mineralstoffe und Vitamine. Entsprechend sollte sie gegessen werden – aber nur bei Gurken, die nicht im Verdacht stehen, chemisch behandelt worden zu sein.
  4. Würzige und eingelegte Cornichons und ähnliche Gurkenvarianten sind ein sehr herzhaft schmeckender Snack – und die bessere Alternative zu Kartoffelchips und Co.

Zubereitung und Essen der Gurke

  • Gurken lassen sich – gewaschen – roh und unverarbeitet verzehren. Allerdings ist, wie oben beschrieben, darauf zu achten, ob das eigene Verdauungssystem dies gut verträgt oder nicht.
  • Rohe Gurken sind eine beispielsweise wunderbare Salatzutat: Sie geben Wasser an den Salat ab und nehmen ihrerseits Gewürze und Geschmäcker gut auf. Sie harmonieren aufgrund ihres nicht zu starken Geschmacks hervorragend mit fast allen anderen Salatzutaten, besonders aber mit Tomaten, Champignons, Feta-Käse, Blattsalaten und Rucola. Gurken schmecken auch gesalzen und gepfeffert gut. Dennoch sollten Gurken erst kurz vor dem Verzehr gewürzt werden, da Salz dem Gemüse Wasser sehr schnell entzieht.
  • Für Salate mit Gurken können die Gurken in Scheiben gehobelt, geschnitten oder auch anderweitig zerkleinert werden. Aufgrund des eher empfindlichen Fruchtfleisches, welches bei zu starker Zerkleinerung zu wässrigem Brei wird, empfiehlt sich das Schneiden in Scheiben. Alternativ eignet sich auch das Schneiden in Stifte.
  • Eine einfache Variante eines reinen Gurkensalates setzt auf Olivenöl, Salz und Pfeffer. Wird der Gurkensalat gut umgerührt, mit einem Schuss kaltem Wasser versetzt und vor dem Verzehr gekühlt, ist er noch erfrischender.
  • Weitere Vorspeisen auf Gurkenbasis sind zum Beispiel Gurkensuppen. Gurkensuppen werden meist aus Gewürzen, Knoblauch, gewürfelten Gurken, Wasser und Sauerrahm bereitet. Die Gurkensuppe kann kalt oder warm gegessen werden. Sie eignet sich als Beilage zu Brot oder als alternative Vorsuppe. Weitere kleine Snacks und Vorspeisen sind zum Beispiel Sandwiches oder Dips.
  • Gurken harmonieren mit vielen Kaltspeisen, vor allem mit solchen auf Joghurt-Basis. Sie wirken erfrischend und können deshalb als Beilage ein schwereres Gericht gut auflockern. Aufgrund dessen, dass Gurken keinen sehr starken Eigengeschmack haben, passen sie zu fast allem.
  • Hauptspeisen, die auf Gurken angewiesen sind, sind zum Beispiel Boeuf Stroganoff, Tsatsiki und sehr viele Curry-Gerichte aus dem südost- und ostasiatischen Raum. Für Rolladen, Burger, größere Sandwiches und ähnliches eignen sich vor allem Gewürzgurken, die dank ihres Aromas starke Kontraste setzen können. Da Gurken sehr saftig sind, eignen sie sich gut als Beilage zu salzigen oder trockenen Speisen. Als Beispiel sei hier einmal Labskaus genannt, das ohne Gewürzgurken nicht auskommt. Gleiches gilt für ein echtes English Breakfast.
  • Gurken sind dabei gekocht gute Wasserlieferanten und verfälschen den Geschmack einer Speise kaum. In scharfen und heißen Speisen wirken sie mildernd, kalte Speisen und Dressings erhalten durch Gurken ein wenig Würze und zusätzliche Frische.
  • In Drinks bieten sich Gurken vor allem bei Gin Tonic an. Aber auch andere Cocktails werden mit Gurkenscheiben zubereitet. Dabei eignet sich das grüne Gemüse weniger für süße Drinks als für herbe.
  • Gurkenwasser ist Wasser mit Gurkenaroma. Es wird meist durch das Hinzugeben von geschälten Gurkenscheiben in stilles Wasser hergestellt und setzt sich in vielen Bars als modischer Beilagen-Drink durch. Gekühltes Gurkenwasser gilt als sehr erfrischend und kann – beispielsweise mit Zitronensaft oder leichter Würzung – ein leicht herzustellender und doch geschmacklicher interessanter Drink sein.
  • Wer bei der Zubereitung der Gurke wirklich alle Vitamine und Nährstoffe erhalten will, nimmt Bio-Gurken – mit Schale genießbar – und verwendet alle Teile. Sollten die Schalen nicht ins Rezept passen, können diese auch problemlos in einen Salat oder nach entsprechender Zerkleinerung ins Dressing gegeben werden.

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