Himbeeren, sind eigentlich gar keine Beeren! Und noch mehr interessante Fakten zur Himbeere

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In unserem großen Himbeer-Guide findet man einiges wissenswertes rund um die leckeren Himbeeren

Die Himbeerpflanze

Reife Himbeeren am Strauch

Reife Himbeeren am Strauch

Die Himbeerpflanze gehört zur Familie der Rosengewächse. Diese sind auf der ganzen Welt verbreitet. Andere Vertreter der Rosengewächse sind die als Zierpflanzen genutzten Rosen, Äpfel, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Kirschen, Zwetschgen und Mandeln. Zusammen mit der Brombeere ist die Himbeere einer der bekanntesten Vertreter der Gattung Rubus. Kennzeichnend für diese Pflanzengattung sind die bei Mensch und Tier beliebten Früchte.

Die Himbeerfrucht wächst am Strauch. Dieser kann bis zu zwei Meter hoch werden. Zwischen Mai und August trägt er weiße Blüten. Die Früchte sind meist rot. Bei Zuchtformen kommen auch gelbe oder schwarze Früchte vor. Je nach Sorte können die Himbeeren zwischen Juni und September geerntet werden. Im Gegensatz zu den Brombeeren sind sie lose an den Blütenboden gebunden und lassen sich leicht abpflücken.

Die Himbeere ist aus biologischer Sicht keine Beere, sondern eine Sammelsteinfrucht. Jede einzelne ihrer Kugeln gilt als eine kleine Frucht mit Steinen. Die Kügelchen haften aneinander und bilden zusammen die Sammelfrucht, die sich in Normalfall als Ganzes von der Pflanze ablöst.

Herkunft und Standort der Himbeere

Wild wachsende Himbeeren sind in Asien, Amerika, Mittel- und Nordeuropa zu finden. Schon im Altertum waren sie als Nahrungsmittel und Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter wurden sie in den Gärten der Klöster kultiviert. Ab dem 16. Jahrhundert gelangten sie auch in die Hausgärten. Rote und gelbe Sorten waren damals bekannt. Heute stammt der größte Teil der kultivierten Himbeeren aus Europa. Insbesondere in Deutschland, Frankreich, Polen, Ungarn, Russland und der Ukraine werden sie produziert.

Der Name Himbeere kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet so viel wie „Beere der Hirschkuh“. Vermutlich weist dieser auf den favorisierten Standort der Himbeere an Waldrändern und auf Waldlichtungen hin. Sie bevorzugt kahle Flächen mit hoher Luftfeuchtigkeit in sonniger oder halbschattiger Lage. Die Böden müssen reich an Kali oder Nitrat sein. Zu warme Temperaturen verträgt sie nicht, weshalb im Mittelmeerraum kaum Himbeeren zu finden sind.

Verschiedene Himbeersorten

Es wird zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren unterschieden. Sommerhimbeeren tragen einmal im Jahr Früchte an den Trieben des Vorjahres. Die Erntezeit erstreckt sich von Juni bis August. Die Ernte fällt reichlicher aus als bei den Herbsthimbeeren. Doch die frühen Beeren sind anfälliger gegen Krankheiten und Schädlinge und müssen ständig auf Schäden überprüft werden. Zu den Sommerhimbeeren gehören unter anderem die roten Sorten Meeker, Tulameen, Rubaca und Framita und die gelben Sorten Golden Queen und Fallgold.

Die Herbsthimbeeren beginnen im August zu reifen. Sie tragen an den diesjährigen Trieben Früchte. Es können mehrmals in der Woche Beeren geerntet werden, doch die Ernte ist geringer als bei den Sommerhimbeeren. Die Früchte sind etwas weniger aromatisch. Rote Sorten sind zum Beispiel die Aroma Queen, Himbotop, Pokusa oder Polka. Zu den gelben Sorten gehören Alpengold, Goldmarie, Golden Bliss und Herbstgold.

Die schwarzen Himbeeren lassen sich weder den Sommer- noch den Herbsthimbeeren zuordnen. Ihre Reifezeit liegt zwischen den Zeiten der beiden anderen Himbeersorten. Bekannt sind die Sorten Black Diamond, Black Jewel und Bristol. Ein Sonderfall ist auch die Two-Timber-Himbeere, zu der die Sorte Sugana gehört. Ihre Früchte kann man einmal im Juni und einmal im August ernten.

Gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe

Himbeeren sind sehr gesunde Früchte, die über einen hohen Vitamingehalt verfügen. Sie enthalten vor allem die Vitamine A, B1, B2, B3, B6, B7, C, E und Folsäure. Zusätzlich bereichern die Mineralstoffe Zink, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Natrium die Frucht. Durch das Zusammenspiel dieser Stoffe wirkt die Beere entzündungshemmend, fiebersenkend, harn- und schweißtreibend, blutreinigend und beruhigend. Die Wirkstoffe in der Himbeere stärken das Immunsystem, helfen bei Beschwerden des Verdauungssystems, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und den unterschiedlichsten Entzündungen. Bei frauenspezifischen Leiden hat die Beere eine besonders hilfreiche Wirkung. Sie wird zur Regulierung des weiblichen Zyklus und für eine leichtere Geburt eingesetzt. Auch das Risiko für Parkinson und Demenz kann sich ggf vermindern durch regelmäßigen Verzehr. Nebenwirkungen hat die Himbeere keine. Wer mehr als 200 Gramm pro Tag zu sich nimmt, kann jedoch Durchfall bekommen. Himbeeren sind kalorienarm und enthalten wenig Zucker und Fett. Sie eignen sich deswegen auch für Diabetiker oder Menschen, die auf ihr Gewicht achten müssen.

Nicht nur die Früchte der Himbeere haben eine gesundheitsfördernde Wirkung, sondern auch ihre Blätter. Diese enthalten verschiedene Wirkstoffe wie Flavanoide (eine Art Pflanzenstoffe), Gerbstoffe und Vitamin C. Aus Himbeerblättern zubereiteter Tee wirkt bei Durchfall, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahrsbeschwerden und kann zum Gurgeln bei Entzündungen in Mund und Rachen verwendet werden. Er soll auch Wehen einleiten und den Muttermund weiten, was jedoch durch wissenschaftliche Studien noch nicht erwiesen ist. Eine Kur mit Himbeerblättertee kann das Immunsystem anregen und den Körper entgiften.

Himbeeren einkaufen

Frische Himbeeren auf dem Markt

Frische Himbeeren auf dem Markt

Himbeeren haben einen feinen, leicht säuerlichen Geschmack und man kann sie zu den unterschiedlichsten Gerichten verarbeiten. Es gibt sie zur entsprechenden Jahreszeit in Supermärkten, Bioläden, Reformhäusern und auf dem Markt zu kaufen. In ländlichen Gegenden bekommt man sie oft auch direkt vom Bauern. Bio-Himbeeren sind besonders schmackhaft, enthalten weniger Chemie und auf Gentechnik wurde verzichtet. Hier stehen Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Vordergrund.

In Deutschland werden Himbeeren von Juni bis zu den ersten Frösten im Spätherbst geerntet. Wann die Früchte reif sind, hängt von der Sorte und vom Wetter ab. In dieser Zeit können die Beeren auch frisch eingekauft werden. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten: Es sollten nur voll ausgereifte Früchte genommen werden, denn Himbeeren reifen nicht nach. Frische Beeren von guter Qualität sehen prall aus und glänzen. Sie haben feste Perlen und ein kräftiges Rot und sind nicht matschig oder weich. Ihr Geruch ist aromatisch. Es sollten sich auch keine schimmeligen Früchte in der Packung befinden, denn Schimmel breitet sich schnell weiter aus. Da Himbeeren sehr empfindlich sind und sich nicht lange halten, sollten sie keinen weiten Transportweg hinter sich haben. Es empfiehlt sich, nicht zu viele Früchte auf einmal zu kaufen, sondern nur so viele, wie man gleich essen oder verarbeiten kann. Himbeeren sollten so schnell wie möglich verwertet werden, denn sie lassen sie sich nicht länger als zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren.

Himbeeren selbst anpflanzen

Wer einen Garten hat, kann selbst Himbeerpflanzen setzen. Man sollte sich überlegen, ob man Sommer- oder Herbsthimbeeren möchte, und sich dann für eine oder zwei Sorten entscheiden. Der Standort muss sonnig sein. Einige Sorten brauchen eine Rankhilfe zum Hochbinden der Pflanze. Die einzelnen Stauden können im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern gepflanzt werden. Man kann dazu ein Loch graben, die Pflanzen hineinsetzen und mit etwas Erde festdrücken. Die beste Zeit zum Pflanzen ist zwischen März und Oktober.

Himbeerpflanzen werden nach der Ernte zurückgeschnitten. Herbsthimbeeren können über dem Boden abgeschnitten werden. Bei Sommerhimbeeren werden nur die Ruten gestutzt, die Früchte getragen haben. Im nächsten Frühjahr sollten die Pflanzen einmal gedüngt werden.

Eigene Himbeeren haben den Vorteil, dass man sie bei Bedarf immer frisch ernten kann. Der Nachteil liegt darin, dass die Beeren mehr oder weniger zur gleichen Zeit reif sind und rasch verarbeitet werden müssen.

Himbeeren lecker zubereiten

Besonders gut schmecken Himbeeren direkt vom Strauch oder frisch gekauft. Wem sie zu säuerlich sind, der kann sie mit Zucker etwas nachsüßen oder sie mit gesüßter Sahne essen. Im Fruchtsalat oder im Müsli sorgt die rote Frucht für einen guten Geschmack und als Garnitur spricht sie zusätzlich das Auge an. Wer Milchprodukte mag, kann die Beeren in Naturjoghurt oder Speisequark genießen. Auch als Kuchenbelag oder Füllung für Rouladen und Pfannkuchen sind Himbeeren sehr beliebt. Heiße Himbeeren werden gerne zu Vanilleeis oder Vanillepudding gegessen. Sie zieren Kuchen und Torten oder werden darin verarbeitet. Zum Nachtisch gibt es Himbeercremes, Himbeerschnitten oder Tiramisu mit Himbeeren. Als Kompott passen sie gut zu Milchreis oder Grießköpfchen, aber auch zu Fleisch und Wildgerichten. Aus Himbeeren lässt sich Marmelade oder Gelee herstellen und sie können zu Grütze, Saft, Sirup und Himbeergeist weiterverarbeitet werden.

Je frischer die Himbeeren sind, desto höher ist ihr Vitamingehalt. Wer Himbeeren waschen will, sollte dies vorsichtig tun, denn sonst werden die Früchte matschig und sehen nicht mehr schön aus. Bei langem Einweichen im Wasser gehen die Vitamine verloren. Einige Vitamine der Himbeere sind lichtempfindlich, weshalb man die Frucht im Dunkeln lagern sollte. Beim Einfrieren bleiben die Vitamine erhalten. Das Erhitzen und Kochen der Früchte zerstört viele Vitamine. Wer möglichst viel von den gesunden Inhaltsstoffen der Himbeere haben will, sollte sie roh und ohne viel Zucker zubereiten und rasch verzehren.

Rezepte mit Himbeeren

Himbeercreme

Zutaten: 250 Gramm Himbeeren, 1 Esslöffel Zitronensaft, 40 Gramm Zucker, 100 Gramm Speisequark oder Naturjoghurt und 0,75 Deziliter Sahne. Die Beeren zusammen mit dem Zitronensaft pürieren. Das Ganze durch ein feinmaschiges Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. Danach den Zucker und den Quark oder den Joghurt zugeben und die Masse zu einer Creme rühren. Die Sahne unterziehen. Die Creme am Schluss mit ein paar Himbeeren garnieren.

Himbeerkuchen

125 Gramm Butter weich rühren. Dann 125 Gramm Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker und 1 Messerspitze Safran dazugeben und das Ganze schaumig schlagen. 2 Eier hineinrühren, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. 220 Gramm Mehl mit einem halben Päckchen Backpulver vermischen und unterrühren. Die Masse in eine mit Butter eingefettete Springform geben und glatt streichen. Ein halbes Kilo Himbeeren auf dem Teig verteilen und 1 Esslöffel Zucker über die Beeren streuen. Den Kuchen ungefähr 45 Minuten im auf 170 Grad vorgeheizten Backofen backen.

Himbeermarmelade

Auf 1 Kilogramm Himbeeren kommen 500 Gramm Gelierzucker und 1 Esslöffel Zitronensaft. Die Himbeeren zusammen mit dem Zitronensaft in einen Topf geben und aufkochen. Dann den Gelierzucker zufügen. Die Marmelade bei ständigem Rühren etwa 3 Minuten köcheln lassen. Danach heiß in ausgespülte Gläser abfüllen und diese sofort verschließen.

Himbeersirup

Für einen Liter Sirup braucht es 550 Gramm Himbeeren, 350 Gramm Zucker und 4 Deziliter Wasser. Die Himbeeren im Mixer pürieren und durch ein feinmaschiges Sieb streichen. Danach Wasser und Zucker in einem Topf zum Kochen bringen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die Himbeeren dazugeben und das Ganze erneut aufkochen. Am Schluss den Schaum abschöpfen. Den Sirup abkühlen lassen und in sterilisierte Flaschen füllen.

Vanilleeis mit heißen Beeren

200 Gramm Beeren (Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren), 2 Esslöffel Zucker und etwas Zitronensaft in der Pfanne erwärmen. Zwei bis drei Kugeln Vanilleeis in eine Glasschale oder auf einen Teller geben und die warmen Beeren drumherum verteilen.

Tipps und Tricks: Wie lassen sich Himbeeren aufbewahren?

Im Kühlschrank

Die Himbeere ist eine empfindliche Frucht. Wenn es zu warm ist, schimmelt sie rasch. Deswegen muss sie im Kühlschrank aufbewahrt werden. Allerdings ist sie druckempfindlich. Wenn die Beeren aufeinander liegen, werden sie weich und matschig. Am besten legt man sie deswegen offen nebeneinander auf einen Teller und achtet darauf, dass sich die Beeren nicht berühren. Oder die Früchte kommen ungewaschen in ein Sieb. Auf diese Art gelangt die kalte Kühlschrankluft an alle Beeren. Etwas Küchenpapier im Sieb saugt überschüssige Flüssigkeit auf. Himbeeren mit Druckstellen sollten vorher aussortiert werden. Trotzdem sollte man die Himbeeren so schnell wie möglich verwerten.

Himbeeren sollten möglichst nicht gewaschen werden, denn dadurch verwässert ihr Aroma. Wer die Früchte trotzdem abspülen möchte, sollte sie erst sorgfältig verlesen. Zum Waschen ist eine sanfte Brause dem Wasserhahn vorzuziehen. Dabei können die Früchte in kleinen Mengen in einem Sieb abgespült werden. So trocknen sie schnell und drücken nicht aufeinander. Die Früchte nie im Wasser liegen lassen, sonst verlieren sie ihren Geschmack. Bevor sie in den Kühlschrank kommen, sollten die Beeren trocken sein.

Einfrieren

Wer die Früchte länger aufbewahren möchte, kann sie einfrieren. Im Tiefkühlschrank halten sie sich mindestens sechs Monate. Es sollten nur ganz frische Beeren eingefroren werden. Am besten pflückt man sie an einem trockenen Tag. Je weniger Feuchtigkeit sie enthalten, desto schneller sind sie durchgefroren. Vor dem Einfrieren müssen die Früchte gut gereinigt werden. Faule und schimmelige Früchte wegwerfen. Die restlichen Beeren einzeln auf ein Tablett oder Blech legen, sodass sie sich nicht berühren, denn sie sollen nicht aneinanderkleben. Danach eine Folie darüber ziehen und die Himbeeren ganz unten im Gefrierschrank vorfrosten. Dort ist es am kältesten. Nach etwa drei Stunden können die Früchte in eine Dose oder einen Beutel gelegt werden. Im Beutel kann die Luft herausgedrückt werden, wodurch weniger Vitamine verloren gehen.

Von den Früchten kann später jeweils die gewünschte Menge aus dem Beutel genommen werden. Zum Auftauen legt man sie auf einen Teller und bedeckt diesen mit Frischhaltefolie. Um die empfindlichen Früchte schonend aufzutauen, stellt man den Teller am besten zuerst in den Kühlschrank. So werden sie weniger matschig, bekommen keinen schlechten Nachgeschmack und bleiben schön frisch.

Einkochen

Himbeeren können auch eingekocht werden. Die Früchte sollten dazu sorgfältig verlesen, müssen aber nicht gewaschen werden. Die Einkochgläser säubern und auskochen. Die Beeren mit Zucker überstreuen und ein paar Stunden kühl lagern. Danach die Früchte in die Gläser füllen und heißes Zuckerwasser darüber gießen. Das Ganze langsam erhitzen, bis eine Temperatur von 75 Grad erreicht ist. Dies ist im Wasserbad oder im Backofen möglich. Die Früchte 30 Minuten dieser Hitze aussetzen und danach abkühlen lassen. Die eingekochte Himbeeren an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort lagern.

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