Radieschen – die Geheimwaffe im Gemüsebeet

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Das beliebte kleine Knollengemüse fand seinen Ursprung in China und Japan, wobei es dort eher als Zierpflanze genutzt wurde und deutlich größer war.
Um das 16. Jahrhundert etablierte sich das damals weiße, längliche Radieschen im europäischen Raum. Besondere Verwendung fand es vor allem in französischen Küchen. Durch gewisse Nachzuchten, entfalteten sich um das 18. Jahrhundert auch andere Formen und Farben des scharf-würzigen Radieschens.

Das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus), ein Knollengemüse, ist in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) zu Hause. Selten wird von einem Monatsrettich gesprochen. Die Radieschen zählen wiederum zur Gattung des Rettichs, wobei Radieschen-Knollen um einiges kleiner als Rettiche sind und auch eine kürzere Wachstumsphase vorweisen. Nichtsdestotrotz, sind sie Varietäten derselben Art.

Die Knolle wächst und gedeiht aus dem sogenannten Hypokotyl. So nennt man den Bereich zwischen der Wurzel und dem Keimblatt, des Radieschens.
Der Namensursprung liegt dem lateinischen Wort radix zugrunde, was übersetzt Wurzel bedeutet. Das beliebte Gemüse wächst zwar unter der Erde, jedoch handelt es sich nicht um eine Wurzel, sondern um eine bis zu vier Zentimeter dicke Speicherknolle.

Die rot glänzende Frucht-Kugel ist hierzulande die bekannteste der zahlreichen Sorten. Allerdings stößt das weiße Eiszapfen-Radieschen sowie andere Kegel-, Zylinder- und Rundformen auf großen Zuspruch. Im Inneren ist das Knollengemüse immer weiß, die äußere Farbe variiert je nach Sorte von weiß, rot, gelb, violett, bunt bis sogar schwarz. Die saisonalen Sorten, unterscheiden sich durch ihre fein gegliederten Merkmale. Dabei ist zu beachten, dass einerseits die Frühjahrs- und Herbstaussaat andere Voraussetzungen mitbringen, als die Sommerradieschen, die auch unter Langtagbedingungen, Knollen entwickeln. Inzwischen gibt es unzählige Sorten und Zuchtarten von Radieschen, wie noch zu Beginn seiner ursprünglichen Entwicklung. Heute werden einige durch ihre Optik bestimmt, sehr individuell geprägt und weisen auch durch Größe und Geschmack, unterschiedliche Charakteristiken auf:

  • Riesen von Aspern: Lokale Sorte aus Wien, kaminrot, runde Knolle, sehr groß mit sechs Zentimeter Durchmesser, dezente schärfe
  • White Breakfast: Weiße, oval-längliche Knolle, sehr feine und milde schärfe
  • Candela di Fuogo: Italienische Sorte, langgestreckte und spitze Knolle, teils rubinrot und weiß, mild
  • Red Head: Zweifarbige runde Knolle mit zwei Zentimeter Durchmesser, Bauch weiß, Schultern rot
  • Jutrzenka: Pink und birnenförmig, kommt eher selten vor
  • Eiszapfen: Weiß, zehn Zentimeter, zapfenförmig, erinnert an den Bierrettich
  • French Breakfast: Länglich mit weißer Spitze, schnell wachsend, bekannt durch das fein aromatische Radieschenblätterpesto
  • Flamboyant: Leuchtend rot, weiße Spitze, mittellang und walzenförmig
  • Zlata: Gelb und rund mit starkem Geschmack
  • Plum Purple: Violett, groß und rund, butterzart und von bester Qualität
  • Radieschen-Sprossen bunt: Hellgrün, weiß, rot, gelb, leicht-scharf und pikante schärfe, zarte Radieschen-Sprossen

Radieschen – ernten, einkaufen und genießen

Im Handel werden Radieschen das ganze Jahr angeboten, im Bund mit Blättern frisch vom Feld oder geputzt und verzehrfertig im Folienbeutel. Hauptsache knackig und frisch sollten sie sein.
Allerdings reicht der heimische Anbau nicht aus, um die hohe Nachfrage der beliebten Gemüsesorte abzudecken. Daher werden Radieschen vor allem aus Holland, aber auch aus Frankreich, Italien, Ungarn, Florida und obendrein aus Israel importiert.
Regionale Radieschen unterstützen die hiesigen Bauern und leisten hinsichtlich der Öko-Politik einen elementaren Beitrag. Von März bis Oktober wird das scharfe Knollengemüse unter Freiluft angebaut, im Herbst und Winter dagegen in Treibhäusern kultiviert.

Die Ernte hat einen großen Einfluss auf die Schärfe des Kreuzblütlers. Man sagt, je früher geerntet wird, desto milder ist die Schärfe im Geschmack. Eine weitere Orientierungshilfe bietet die Herkunft des Knollengemüses, denn Freiluft-Radieschen bilden unter freiem Himmel immer einen höheren Gehalt an Senfölglykosiden als ihre Artgenossen in den Gewächshäusern. Das folglich eine größere Intensität der Schärfe aufzeigt.

Radieschen – selbst anbauen

 

Man braucht keinen besonders grünen Daumen, um im ständigen Intervall, frische Radieschen im eigenen Beet zu ernten. Die kleinen Knollen sind sehr dankbar und äußerst pflegeleicht. Es gilt nur einige Punkte zu beachten, dann hat man von April bis Oktober stetig frische Radieschen auf dem Esstisch.
Es braucht nicht viel, lediglich einen hellen Ort, etwas Platz, entweder im Blumenkasten, Hochbeet, Pflanzkübel oder im Gartenbeet. Eine angenehme Temperatur die nicht zu viel direkte Sonne bietet, sowie ein immer konstanter Feuchtigkeitsgrad genügt, um eigene Radieschen zu ziehen. Die Beet-Nachbarn sollten sich allerdings vertragen, denn mit der Gurke und der Wassermelone konkurriert das Radieschen um Wasser und Sonnenlicht, aber Karotten, Kopfsalat, Bohnen, Erbsen, Tomaten und Spinat sind friedliche Beet-Genossen.

Im wärmeren Frühling, kann die erste Saat ab März erfolgen und innerhalb von vier bis sechs Wochen trägt die erste Ernte seine Früchte, die frei von Spritz- und Düngemittel sind. Um den ganzen Sommer über Freude am eigenen Bio-Gemüse zu haben, sollte man bis September ca. alle zwei bis drei Wochen nach säen.
Besonders gesund und sehr lecker sind die Radieschen-Sprossen.
Beliebte Zutat für Sommersalate, aber auch auf Broten finden sie köstliche Verwendung. Der hohe Nährstoffgehalt überzeugt auf ganzer Linie, genauso wie der Eiweißwert. Denn wenn man sich vor Augen führt, dass diese kleinen Sprossen einen dreimal höheren Wert als die Speicherknolle selbst aufweist, kann man schon von einem Superfood sprechen.
Nach genauer Anweisung der Sprossenzucht kann man seine ersten Sprossen bereits nach drei bis fünf Tagen genießen.

Radieschen – das Energiebündel

Radieschen

Radieschen

Das enthaltene Senföl hat neben dem scharfen Geschmack auch medizinische Eigenschaften vorzuweisen. Die Rettichgattung hat in der Heilkunde schon seit Jahrhunderten einen festen Platz und ist gerade in der Abwehr von Viren und Bakterien eine altbewährte Methode um Prävention zu üben.
Sobald die Stoffe im Verdauungstrakt verstoffwechselt werden, äußert sich bei einer möglichen Magen-Darm-Verstimmung eine entzündungshemmend und antibiotische Wirkung. Quellen zufolge können Senföle die Gesundheit fördern und infolgedessen vor zahlreiche Beschwerden wie beispielsweise Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen sowie Krebs schützen.
Des Weiteren wird der Blutzuckerspiegel eingestellt, währenddessen die Glukoseaufnahme in die Zellen gefördert und gleichzeitig Glukoseresorption im Darm minimiert wird.

Natürlich können sämtliche Leiden nicht nur durch das Radieschen allein befreit werden, allerdings ist sich die Wissenschaft einig, dass dem knackigen Gemüse ein prophylaktisches Potenzial, zu Recht zugesprochen wird.
Aufgrund der guten Nährwerte sind Radieschen ein wahrer Vital- und Mineralstoff Garant.
Sie bieten wertvolle Ballaststoffe sowie Kohlenhydrate und sind reich an Kalium, Calcium, Eisen und enthalten die Vitamine A, B1,B2, B6, C und E.
Diese beeinflussen die Verdauung auf positive Weise und sorgen für ein langes Sättigungsgefühl und verhindern unnötige Heißhungerattacken. Besonders wegen der knapp 15 kcal pro 100 Gramm, ist die 94 % aus Wasser bestehende Speicherknolle, ein sehr kalorienarmer Snack.
Das Knollengemüse ist nicht nur sehr gesund, sondern unterstützt dadurch auch den Körper durch ihre harntreibenden und organanregenden Eigenschaften.

Radieschen – schnell und frisch genießen

In der Rohkostküche sorgen die Radieschen für eine leckere und gesunde Zutat und sind kaum wegzudenken. Frisch, prall, saftig und knackig schmecken sie am besten.
Daher empfiehlt sich der Verzehr zeitnah, um lange Lagerungszeiten zu vermeiden. Denn der Geschmack leidet sehr unter falscher oder zu langer Lagerung. Folglich werden sie außen holzig und schrumpelig und erhalten einen faden Geschmack. Was viele nicht wissen, ist der geschmackliche Höhepunkt von Radieschen auf 2–3 Tage nach der Ernte begrenzt.
Die Roten weisen eine längere Haltbarkeit auf, als die Weißen.
Der Qualitätsrückgang während einer langen Liegedauer, macht sich damit bemerkbar, dass die Knollen austrocknen. Die Blätter werden welk und gelblich.
Außerdem setzen die äußeren Blattpaare Fäulnis an. Hinzu kommt, dass mit zunehmender Lagerung, die geschmacksintensiven Senföle abgebaut werden.

Eine feste und farbkräftige Radieschen-Knolle lässt gewissermaßen zuverlässig auf eine hohe Güteklasse und einen intensiven Geschmack schließen. Je nach Intensität der Schärfe werden unterschiedliche Geschmacksnuancen von anderen Zutaten einer Mahlzeit übertüncht, worauf bei der Zubereitung des Mengenverhältnisses stets geachtet werden sollte. Hier genügt oftmals ein abschmecken des Gerichts, um für sich die Radieschen-Stärke einzuordnen.
Bei sehr scharfen Radieschen entsteht oft ein brennendes Gefühl auf der Zunge, allerdings ist dies weder ungewöhnlich noch beunruhigend.

Radieschen – richtig einlagern

Innerhalb von zwei bis drei Tagen sollten Radieschen verzehrt werden. Um diese Zeitspanne bestmöglich zu nutzen, gibt es grundlegende Tipps, um eine richtige Lagerung zu gewährleisten. Zunächst sollten die Blätter und Wurzeln entfernt werden, so wird der Wasserverlust der Radieschen verhindert. Im Anschluss wird die Knolle gründlich gewaschen und von Sand, Erde und eventuellen Dünger-Rückständen befreit. Unmittelbar danach wickelt man die Radieschen in ein feuchtes Tuch und legt sie in das Gemüsefach in den Kühlschrank. Falls die leckeren Knollen doch etwas an Griffigkeit verloren haben, legt man sie einfach in kaltes Wasser – so werden sie wieder knackig und frisch.

Falsche Aufbewahrungstemperaturen machen sich durch ein glasiges Fruchtfleisch bemerkbar, das heißt, weder zu warm noch zu kühl mögen es die scharfen Knollen.
Ebenfalls dringendst zu vermeiden sind Temperaturen unter 0°, denn die daraus gebildeten Eiskristalle zerreißen das Gewebe, und daraus resultiert der typisch scharfe Geschmacksverlust sowie Einbußen der frischen Konsistenz.
Die großen Radieschen sind oft hohl und werden pelzig und schwammig, wenn sie falsch gelagert wurden.

Sind Bio-Radieschen gesünder?

Radieschen vom Markt

Radieschen vom Markt

Fakt ist, dass Bio-Radieschen mehr bioaktive Substanzen vorweisen und deutlich weniger Nitrate enthalten. Generell verwerten, dass die Pflanzen als Nährstoffe und kommen somit ganz natürlich in Böden und im Landbau vor.
Allerdings ist das Augenmerk hier auf die primär überdüngte Landwirtschaft zu legen und dadurch ist der Nitratgehalt oft viel zu hoch. Gesundheitliche Probleme durch das im Körper umgewandelt Nitriten, gilt als toxisch und wiederum als krebserregend. Besonders bei Kindern gilt diese Messung als sehr kritisch.
Aufgrund von Schädlingsbekämpfung werden konventionelle Radieschenblätter oft mit Pestiziden gespritzt und sind für den Verzehr absolut ungeeignet.
Bio-Radieschen dagegen, können vollumfänglich verwertet werden. Wer keine Rohkost mag, kann etwas Butter andünsten und Radieschen sowie Blätter kleinschneiden und mit erlesenen Gewürzen kurz anbraten.

Radieschen – kleines Gemüse, großer Genuss

Mittlerweile ist das Radieschen in unserer Küche vollständig etabliert und gilt als vielseitig einsetzbar. Nicht nur in der Diät-Zone kommen sie zum Einsatz, sondern auch im normalen Alltag, hat man die Qual der Wahl, welche Kreationen sich aus der gesunden Power-Knolle zaubern lässt.
Besonders beliebt sind sie auf Rohkostplatten – geschnitten, gehobelt oder im Ganzen, als Salate, in Quarks und Dips, in Eintöpfen und Suppen, mit Butter und Salz auf dem Vollkornbrot, oder auch als Garnierung auf dem Teller.

Nicht so schön für das Auge ist, dass bei längerer Zeit in der Salatsauce, sich die kräftige Außenfarbe ablöst und in einen unerwünschten Grauton einfärbt.
Aus diesem Grund sollte man unbedingt darauf achten, dass die Radieschen unmittelbar vor dem Verzehr zubereitet werden.
Die dünnen Wurzeln sowie die grünen Blätter, werden meist bei der Verarbeitung weggeworfen, obwohl sie genauso gesund, nahrhaft und essbar sind.
Kaum jemand weiß, dass Radieschen auch als warmes Gemüse sehr lecker schmeckt.
Die Knolle in der Pfanne andünsten und zu Fleisch oder Fisch servieren. Ähnlich wie bei Spinat, können auch die Blätter nach gründlichem waschen, in gesalzenem Wasser gekocht und verspeist werden.
Genauso ungewöhnlich ist es, dass man die Blätter beispielsweise, wie bei herkömmlichen Kräutern klein schneidet und Saucen, Suppen und Salaten mit der Zugabe verfeinert und dabei eine zusätzliche pikante Geschmacksnote erzielt.
Süß-scharfe Akzente werden in der Zubereitung von Radieschen immer beliebter. Einen Salat, der aus Harzer Käse, Apfelstücken, Radieschenscheiben und Kresse besteht, ist ein subtiler Kontrast, der immer gut ankommt.

Radieschen – knackige Rezepte

Radieschen Zubereitung

Radieschen Zubereitung

Radieschen-Kresse-Quark

  • 1 Bund Radieschen
  • 1 Beet Kresse
  • 250 g Magerquark
  • 200 g Schmand
  • Salz und Pfeffer nach belieben

Radieschen waschen und raspeln. Kresse klein schneiden. Quark, Schmand, Radieschen und Kresse vermengen. Mit Salz und Pfeffer nach belieben abschmecken.

Kartoffelsalat mit Radieschen

  • 1 kg Kartoffeln
  • Salz und Pfeffer
  • 100 g Baby-Blattspinat
  • 1/2 Bund Radieschen
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL mittelscharfer Senf
  • 4 EL heller Balsamico-Essig
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Zucker
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 EL frisch geriebener Meerrettich

Die Kartoffeln gründlich schälen, waschen und klein schneiden, in kochendem Salzwasser ca. 20 Minuten garen. Spinat waschen und putzen. Radieschen waschen, putzen und in dünne Scheiben schneiden. Zwiebel schälen, halbieren und fein würfeln. Zwiebel, Senf, Essig und 3 EL Kartoffel-Garwasser verrühren. Öl darunterschlagen, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Kartoffeln abgießen. Spinat, Radieschen, Kartoffeln und Dressing vermengen, anrichten, mit Pfeffer und Meerrettich bestreuen.

FAZIT: Das Radieschen ist ein echter Alleskönner und sollte in unserem Alltag deutlich mehr integriert werden.

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