Sellerie, von der Heilpflanze zum Suppengemüse hin zum Smoothie

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Früher wurde der Sellerie stets als Suppengemüse verwendet. Erst seit einiger Zeit wurde sein wahres Potenzial entdeckt. Egal ob in Smoothies und Säften, gedünstet als leckeres Gemüse oder als Rohkostsnack für zwischendurch. Der Einsatz der Wunderknolle ist sehr vielfältig. Aber das Gemüse ist nicht nur besonders lecker, sondern auch extrem gesund. Woher der Sellerie kommt, welche gesundheitsfördernden Vorteile er mit sich bringt und wie er besonders lange haltbar ist, wird im nachfolgenden Beitrag näher erläutert.

Woher kommt der Sellerie?

Schon im alten Ägypten zwischen 1200 und 600 vor Christus galt der sogenannte Wildsellerie als Heilpflanze. Schriftliche Überlieferungen aus dem antiken Griechenland zeigten zudem die vielfältige Nutzung, welche zu einem späteren Zeitpunkt auch von den Römern übernommen wurde. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts gibt es wieder Belege über die Verwendung des Gemüses. Vor allem aber während der Renaissance und im Mittelalter wurde der Sellerie vorwiegend als Heilpflanze eingesetzt. Die heute bekannten Selleriesorten entstanden allerdings erst ab dem 17. Jahrhundert.

Der griechische Arzt Dioskurides aus der römischen Provinz Kilikien empfahl den Sellerie vor allem wegen seiner harntreibenden Wirkung, aber auch bei Verhärtungen in den Brüsten, gegen Gifte und bei Melancholie. Hildegard von Bingen war von der magenreinigenden Wirkung überzeugt und Paracelsus wendete ihn erfolgreich bei Blähungen und stinkendem Schweiß an.

Insgesamt gibt es um die 30 verschiedene Arten von Sellerie, die sowohl in der Küche aber auch in der Heilkunde verwendet werden. Besonders oft werden jedoch die drei uns bekannten Varianten des echten Selleries verwendet: der Knollensellerie, der Staudensellerie und der Schnittsellerie.

Der Knollensellerie ist eine große Knolle und wird meistens als Suppenzutat, gerieben in Salaten oder als eine Art Schnitzel zubereitet. Der Staudensellerie hingegen hat nur eine sehr kleine Wurzelknolle aber dafür lange und fleischige Stiele. Dieser wird oft roh oder gedünstet gegessen. Der sogenannte Schnittsellerie verfügt weder über besonders fleischige Blattstiele noch über eine besonders große Knolle. Bei dieser Sellerievariation werden vor allem die Blätter als Gewürzkraut benutzt. Diese erinnern optisch an die Petersilie.

Warum ist dieses Gemüse so gesund?

Heutzutage wird Sellerie eher als Gemüse in der Küche verwendet, wobei dieser früher ein wesentlicher Bestandteil der Hausapotheke darstellte. Dennoch findet das Gemüse vor allem durch seine harntreibende, entwässernde und stoffwechselanregende Wirkung auch Verwendung bei gesundheitlichen Beschwerden.

Angewendet wird Sellerie aber auch unter anderem bei Blähungen, Appetitlosigkeit, Rheuma und Husten. Unterstützend wird er zusätzlich bei Diabetes, Gicht oder Ödeme eingesetzt.

Die Sellerieknolle ist vor allem empfehlenswert als Tee und kann so gegebenenfalls sowohl Wassereinlagerungen und Blähungen zu lindern. Hierfür einfach den Sellerie in kleine Stücke schneiden und gründlich mit kaltem Wasser abwaschen. Danach kurz aufkochen lassen und abseihen. Wichtig ist jedoch aufgrund der entwässernden Wirkung den Selleriekonsum bei etwaigen Nierenerkrankungen einzuschränken. Das Selleriegemüse wird oftmals in der Naturmedizin eingesetzt, um den Speichel- bzw. Gallenfluss anzuregen, die Verdauung zu fördern und einer Übersäuerung entgegenzuwirken.

Bei Entzündungen des Rachens und der Mundhöhle kann das Trinken von Sellerietee oder –saft auch die Beschwerden lindern. Zudem macht Selleriesaft überanstrengte Stimmbänder wieder geschmeidig, was vor allem für Menschen die viel reden müssen sinnvoll ist.

Das Gemüse ist darüber hinaus eine ideale Quelle für Antioxidantien. Es enthält neben antioxidativ wirkenden Vitaminen auch Polyphenole, die ebenfalls stark antioxidativ wirken. In einer Studie von Gregory Hostetler an der Ohio State University in Columbus, wurde erfolgreich nachgewiesen, dass durch Staudensellerieextrakte oxidative Schäden im Körpergewebe gemindert werden können. Außerdem wurde aufgezeigt, dass Sellerieextrakte entzündliche Reaktionen vorbeugen können.

Welche Vitamine und Nährstoffe sind enthalten?

Sellerie ist nicht nur ein leckeres, sondern auch ein besonders gesundes Gemüse. Der Staudensellerie, auch als Stangensellerie bezeichnet, zeichnet sich unter anderem durch eine große Vitaminvielfalt aus, wie beispielsweise Vitamin A, C, E und B. Außerdem sind Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Kalium enthalten. Die enthaltenen ätherischen Öle sind dabei für den typischen Geschmack verantwortlich und können sich positiv auf die Blutgefäße auswirken.

Der frische Knollensellerie enthält die gleichen Vitamine und Mineralstoffe wie der Stangensellerie, jedoch ist hier nur halb so viel Vitamin C, dafür doppelt so viel Phosphor enthalten. Alle Selleriesorten sind aber sehr reich an Ballaststoffen.

Ab wann ist Sellerie in Deutschland erhältlich?

Die bekannte Sellerieknolle wächst unter der Erde und wird hierzulande zwischen August und Dezember geerntet. Die Knolle an sich ist weiß gefärbt und von einer grünlichen Schale umgeben. Der grün-weiße Staudensellerie wächst hingegen nach oben und bildet keine Knollen. In Deutschland werden diese zwischen Juni und Oktober geerntet und sind zu dieser Zeit frisch auf Märkten oder im Supermarkt erhältlich.

Haltbarkeit von Sellerie

Knollensellerie ist über einen sehr langen Zeitraum haltbar, wenn dieser richtig gelagert wird. Hierfür eignet sich ein kühler und dunkler Ort, wie beispielsweise der Keller. Wird der Sellerie darüber hinaus mit trockenem Sand eingegraben bzw. in ein Zeitungspapier eingewickelt, kann er sogar für mehrere Monate frisch bleiben. Die ideale Lagertemperatur liegt hierbei zwischen einem und fünf Grad Celsius.

Frisch gekaufter Staudensellerie hält sich am längsten im Gemüsefach im Kühlschank. Am besten sollte er in Frischhaltefolie oder in einer Plastiktüte eingewickelt werden, da dadurch kaum Feuchtigkeit verloren geht. Ratsam ist den Sellerie spätestens nach 5-7 Tagen zu verarbeiten, da die Wirkkraft der Antioxidantien hier am größten ist. Um das maximale Nährstoffpotenzial zu erhalten, empfiehlt es sich die Stangen erst kurz vor der Zubereitung abzuschneiden bzw. abzubrechen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang eine gemeinsame Lagerung mit Äpfeln oder Avocados zu vermeiden, da das Reifegas diese Früchte dafür sorgt, dass der Sellerie schneller welk wird.

Sellerie putzen und schälen – so wird’s gemacht

Der Knollensellerie wird ähnlich wie eine Ananas behandelt. Am besten benutzt man hier ein großes Messer und schneidet zu allererst den Blattansatz und den Strunk ab, sodass auf beiden Seiten eine stabile Standfläche entsteht. Danach den Sellerie auf eine der beiden Schnittflächen stellen und von oben nach unten die Schale vom Sellerie solange runter schneiden, bis diese komplett entfernt ist. Anschließend die Knolle unter kaltem fließendem Wasser gründlich abwaschen und wie gewünscht in Scheiben oder Stücke schneiden.

Beim Stangensellerie müssen zuallererst die Blätter mit einem Schnitt entfernt werden. Diese können gerne für einen Suppenansatz verwendet werden. Danach mit dem Messer das untere Ende des Gemüses, also den Strunk, abschneiden, sodass sich die einzelnen Stangen des Selleries lösen. Um diese von Verschmutzungen bzw. Erde zu entfernen, sollten die Stangen mit Wasser gewaschen werden. Falls der Stangensellerie roh verzehrt werden möchte, kann dieser zusätzlich mit heißem Wasser abgespült werden. Die äußere Schicht des Selleries ist relativ hart und kann bei Bedarf mit einem Sparschäler abgetragen werden. Zu guter Letzt entweder in große Stücke schneiden, um den Sellerie roh zu verzehren, oder aber in Scheiben zerteilen und kurz in einer Pfanne dünsten.

Kann Sellerie eingefroren werden?

Sowohl der Knollensellerie als auch der Stangensellerie können, bei Beachtung einiger Schritte, problemlos eingefroren werden.

Da der Knollensellerie gerne als Suppengemüse verwendet wird, kann dieser zusammen mit einer Gemüsekombination eingefroren werden. Hierfür einfach ein Stück Sellerie abschneiden und schälen, dazu eine Karotte, Petersilie und ein Stück Lauch auf eine Frischhaltefolie legen und diese eng um das Gemüse wickeln. Dadurch entstehen kleine Päckchen, die in die Tiefkühltruhe gelegt werden, um ohne großen Aufwand immer das passende Suppengemüse zuhause zu haben.

Natürlich kann der Sellerie auch alleine eingefroren werden. Hierfür einfach wieder von der Schale befreien und waschen. Daraufhin in kleine Würfel schneiden und in Gefrierbeutel geben. Am besten beschriftet man diese mit Datum, da sich der Sellerie auf diese Weise bis zu 6 Monate im Gefrierfach hält.

Eine weitere Möglichkeit ist auch den Sellerie zuvor zu kochen und die Würfel oder Scheiben nach dem Abkühlen in Gefrierbeutel oder –dosen zu füllen. Auch diese sollten mit einem Datum versehen werden und sind genau wie die rohe Variante für einige Monate im Tiefkühlfach haltbar.

Beim Einfrieren von Stangensellerie muss ein wenig anders vorgegangen werden. Zuerst müssen alle braunen und schadhaften Stellen mit einem Messer entfernt werden. Anschließend in handliche Stücke schneiden und in einem Topf mit Salzwasser für ungefähr 3 Minuten aufkochen lassen. Die gekochten Selleriestücke nach dem Herausholen abtropfen lassen und zum Abkühlen in eine Schüssel mit Eiswasser geben, damit auch die grüne Farbe erhalten bleibt. Zu guter Letzt den Sellerie gut abtrocknen und in eine beschriftete Gefrierdose geben. Blanchierter Stangensellerie hält sich genau wie Knollensellerie einige Monate im Tiefkühlschrank.

Sellerie einlegen

Um den Sellerie lange haltbar zu machen, eignet sich neben dem Einfrieren auch das Einlegen mit Essig. Nachfolgend eine kurze Anleitung, wie hierbei vorgegangen werden kann:

Zutaten:
750 g Knollensellerie
125 ml Weinessig zum Einlegen
3 EL Weinessig zum Waschen
1 TL Salz
1 EL Zucker
Öl, Pfeffer und gehackte Kräuter

Zubereitung:
Zu Beginn die Knolle schälen und mit einem scharfen Messer in kleine Würfel schneiden. Danach die Selleriestücke in einem Liter Wasser mit 3 EL Weinessig waschen und abtropfen lassen. Den restlichen Weinessig mit Salz, Zucker und 1 Liter Wasser zum Kochen bringen und die Würfel darin garen lassen. Die Selleriewürfel können zusammen mit der Flüssigkeit heiß in sterile Gläser bis zum Rand gefüllt werden. Diese Gläser sind an einem kühlen Ort bis zu einem Jahr haltbar.

Woran erkennt man frischen Sellerie?

Frischer Stangensellerie ist gekennzeichnet durch eine blass-weiße bis gelblich-grüne Farbe. Beim Kauf sind mittelgroße Exemplare den großen vorzuziehen, da bei diesen die Fasern nicht so stark ausgeprägt sind. Wichtig ist immer darauf zu achten, dass keine braunen Flecken oder braune Blätter vorhanden sind. Weiters sollten die Schnittstellen immer frisch aussehen und nicht dunkel verfärbt sein. Bei Unsicherheit kann das Gemüse auch einem kleinen Test unterzogen werden. Wenn sich dieser sehr leicht biegen lässt, sollte er lieber im Supermarkt liegenbleiben, da dies ein Zeichen für Überlagerung ist. Natürlich sollte der Sellerie nach erfolgtem Test und wenn er sich nicht leicht biegen lässt, auch gekauft werden.

Beim Knollensellerie muss darauf geachtet werden, dass dieser nicht hohl klingt, wenn man darauf klopft. Es sollte auch nicht gleich zum größten Exemplar gegriffen werden, da dieses oftmals holziger ist und weniger Geschmack hat.

Wie wird Sellerie gesund zubereitet?

Sellerie kann sehr vielfältig und gesund zu- bzw. verarbeitet werden. Eine Variante hierfür ist die Zubereitung eines Tees. Hierfür eine Handvoll frischen, gewaschenen und klein gehackten Stangensellerie in einem Liter Wasser aufkochen lassen. Im Anschluss daran für weitere fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Der Tee sollte lauwarm und ungesüßt nach dem Essen getrunken werden.

Vor allem bei einer Entschlackung bzw. um die Nierenfunktion anzuregen und das Immunsystem zu stärken, eignet sich das Trinken eines Selleriesaftes. Diesen gibt es unter anderem in Reformhäusern zu kaufen, kann aber auch ganz einfach zuhause zubereitet werden. Am besten ist hierfür der Stangensellerie geeignet, der zuvor gewaschen und geschnitten wird, um diesen danach in einem Entsafter zu pressen. Um alle gesundheitsfördernden Vorteile voll auszuschöpfen, empfiehlt sich innerhalb einer einwöchigen Kur, drei mal täglich 100 ml des Saftes zu trinken. Wichtig ist hierbei aber den Saft jeden Tag frisch zuzubereiten. Da der Selleriegeschmack nicht jedermanns Sache ist, kann der Saft auch mit anderen Gemüsesorten, wie beispielsweise Karotten oder Roter Bete kombiniert werden.

Eine andere gesunde Zubereitungsart ist auch ein Rohkostsalat. Hierfür einfach 200 g Knollensellerie gemeinsam mit einem Apfel und 100 g Karotten schälen, grob raspeln und mit Zitronensaft beträufeln. Im Anschluss daran 25 g Walnüsse hacken und zum Salat geben. Für das Dressing 125 g Joghurt mit Zucker, Salz und Pfeffer mischen und über das geraspelte Gemüse geben. Alles gut miteinander vermischen und für mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchziehen lassen.

Rezepte mit Sellerie

Sellerie lässt sich sehr vielfältig einsetzen und ist aus der Küche nicht mehr wegzudenken. Egal ob als Saft, Salat oder als gedünstetes Gemüse, es gibt jede Menge Kochanleitungen die sich lohnen sie auszuprobieren. Nachfolgend drei köstliche und schnell zubereitete Rezepte.

Sellerieschnitzel, die vegetarische Fleisch-Alternative

Zutaten:
• Knollensellerie
• 1 Ei
• Semmelbrösel
• Mehl
• Salz und Pfeffer
• Fett

Zubereitung:
Den Sellerie wie gewohnt schälen und in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Diese werden mit Salz und Pfeffer gewürzt und in Mehl, Ei und Brösel paniert. Zum Schluss die panierten Scheiben in heißem Fett herausbacken. Dazu passt sehr gut Reis und ein gemischter Salat.

Kartoffel-Selleriecremesuppe

Hierfür 500 g Sellerie und 2 Kartoffel schälen und würfeln. Zusammen mit einer grob gehackten Zwiebel in einem Liter Gemüsebrühe weich garen. Das Ganze anschließend pürieren und mit 100 ml Crème fraîche, 1 EL Zitronensaft, Pfeffer, Salz und fein gehackter Petersilie verfeinern. Dazu passt am besten ein frisches Schwarzbrot.

Staudensellerie-Schinken-Gratin

Vier Stangen Staudensellerie in ungefähr 12, 6 cm lange Stücke schneiden. Ein Viertel von 200 g Hartkäse fein reiben und den Rest in 12 Stücke schneiden. Je ein Selleriestück mit einem Käsestift in eine Scheibe Schinken einrollen und in eine eingefettete Auflaufform legen. 3 Eier, 250 g Sauerrahm und 1/8 l süßen Rahm mit Salz, Pfeffer und klein geschnittenem Schnittlauch vermischen und über die eingewickelten Stangenselleriestücke gießen. Jetzt nur noch mit dem fein geriebenen Käse bestreuen und für 25 Minuten im vorgeheiztem Backrohr bei 200° Celsius Ober-/Unterhitze gratinieren.

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